English

Alter Orient

tsh-cover

Ralph Lübbe

Knochen- und Zahnfunde im Indusgebiet.
Betrachtungen zur Abgrenzung des Früh- und Reif-Harappa-Komplexes und seines südasiatischen Umfeldes.

Die neolithisch-chalkolithische und bronzezeitliche Industalkultur gehört zu den frühesten städtischen Hochkulturen. Ihre flächenmäßige Ausdehnung übertraf die des alten Ägypten und Mesopotamiens zusammen. Die größten Städte hatten Abstände von bis zu 200 km voneinander, während es in Mesopotamien oft nur 20 km waren.
Die frühen Phasen werden meist mit den sumerischen und akkadischen Kulturen verglichen, so dass die Erforschung fachlich nicht der Indologie, sondern der Vorderasiatischen Archäologie zugeordnet wird.
Wurden Schrift und Materielle Kultur bisher vorrangig bewertet, so erlaubt eine humanbiologisch-anthropologische Betrachtung neue Erkenntnisse. Eine Vielfalt ausgegrabener Knochen und Zähne sind ein weiteres, weniger bekanntes Markenzeichen der dritten Hochkultur der "Alten Zeit", am Indus. Die Untersuchungen erlauben Einblicke in Konstanz und Brüche zivilisatorischer Entwicklung.
Die Osteologie als Untersuchung von Knochen und Zähnen erlaubt Lebensweise, Essgewohnheiten, Nahrungszubereitung, Hygiene, Identität und Lebensstandard darzustellen. Für die Epidemiologie interessante Störungsbilder werden geschildert. Die Verwendung genetisch-molekularbiologischer Hilfsmittel ist erst am Anfang. Beispielhafte Krankheitsbilder und erkennbare Kausalitäten lassen Geschehens-Abläufe und soziobiologische Zusammenhänge erklären.
Linguistische Beobachtungen können Populationssprünge nicht erklären. Erklärungen tradierter Ereignisse (Ariersturm, Rigveda) mit Hilfe von Anthropometrie und Genpools zu erfassen, ist dagegen oft zielführender.
Die Entwicklung des homo sapiens in Südasien weist in Übergängen negative Stress- Adaptionen auf, Einbußen in der Ernährung und reduzierte Robustheit folgen der Kohlenhydrat Abhängigkeit des Bauern gegenüber dem Jäger /Sammler. Mobilität und geringere Keimgefährdung begründen bis heute einen hohen „Tribal-Anteil“.
Beginn und Untergang der Hochkultur werfen Fragen auf, Vorgängerkulturen sind abzugrenzen, aber auch Faktoren des Niedergangs wie tektonische Ereignisse, fehlender Regen und Monsun oder die Versalzung des Ackerbodens.
Nützlich für die Analyse sind jetzige Stammesstrukturen, und strenge Endogamie- Kasten-Regeln, die Hypothesen aufgrund nur begrenzten Austausches des Genpools der Bevölkerungsgruppen ermöglichen.
In neolithischen Gesellschaften, in Ägypten und Babylonien war der Krieg alltäglich. Die Blütezeit von Harappa dagegen wirkt auffällig friedlich, ohne Mauern, Waffenfunde und knöcherne Läsionen. Die hohe zivilisatorische Stufe ("Wasserluxus") wird im Rahmen der historischen Entwicklung, von Aufstieg und Abstieg, beleuchtet.
Es lohnt, sehr viel umfassender an das gegenüber Europa "dünnere" osteologische Material heranzugehen und überraschende Thesen zu entwickeln. Die Studie soll einen gebündelten, aber umfassenden Überblick über die Befundlage geben, aus der Sicht eines Mediziners und Vorderasiatischen Altertumskundlers, zumal die Paläopathologie Südasiens deutschsprachig noch ein Desiderat ist.

122 Seiten, mit 70 Abbildungen — Inhalt
29 x 21 cm — Softcover

Preis: €  19,80 [D]

ISBN:  978-3-935012-23-2
© PeWe-Verlag 2017

Buch bestellen

 

4P-1

Karen Radner — F. Janoscha Kreppner — Andrea Squitieri (ed.)
Exploring the Neo-Assyrian Frontier with Western Iran.
The 2015 Season at Gird-i Bazar and Qalat-i Dinka
Peshdar Plain Project Publications — Volume 1

Mit Beiträgen von Mark Altaweel, Andrei Ašandulesei, Peter V. Bartl, Jörg Fassbinder, Christoph Forster, Jessica Giraud, Tina Greenfield, Zahra Hashmi, Jean-Jacques Herr, F. Janoscha Kreppner, John MacGinnis, Anke Marsh, Karen Radner, Andrea Squitieri, Adam B. Stone, Eleanor Barbanes Wilkinson

Eingebettet in die außergewöhnliche Berglandschaft des Zagros-Gebirges liegt die Peshdar-Ebene im Distrikt Qaladze in der Provinz Sulaymaniyah. Damit befindet sie sich in der Autonomen Kurdischen Region des Iraks, direkt an der Grenze zum Iran am Oberlauf des Unteren Zab. Das Peshdar Plain Project wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen und zielt darauf ab, die alte Geschichte dieses bisher wissenschaftlich vernachlässigten Gebietes zu erforschen. Besonderes Interesse gilt dabei der Zeit zwischen dem 9. und dem 7. Jahrhundert v. Chr., in der das Neuassyrische Reich diese Gegend kontrollierte. Als Teil der „Grenzmark des Palastherolds“ lag die Peshdar-Ebene damals an der Grenze zu den wichtigen Klientenstaaten Hubuschkia, Mannea und Musasir.
Der erste Band der Reihe Peshdar Plain Project Publications legt die Ergebnisse der ersten Feldkampagne 2015 vor. Die Forschungen konzentrierten sich auf zwei Fundstätten, die in neuassyrischer Zeit Teil eines Siedlungskomplexes darstellen: das winzige Gird-i Bazar ist in der Ebene gelegen, während Qalat-i Dinka eindrucksvoll auf einem Felssporn über dem Unteren Zab liegt. An beiden Orten wurden geophysikalische Prospektionen vorgenommen, bevor in Gird-i Bazar mit der Ausgrabung begonnen wurde. Die einphasige Siedlung aus einfachen Einraumhäusern, die hier zutage tritt, bietet nicht nur die vergleichsweise seltene Gelegenheit, einen nicht der Elite gewidmeten Lebensraum neuassyrischer Zeitstellung zu erforschen, sondern wegen ihrer Grenzlage auch die hochwillkommene Chance, die Keramikkulturen Westirans (Hasanlu, Godin Tepe, Nush-i Jan und Baba Jan), mit der assyrischen Produktion des 8. und 7. Jahrhunderts zu synchronisieren. C14-Daten von Holzkohlefunden sichern die Datierung ab.
Die Präsentation der Survey- und Grabungsergebnisse sowie der ersten Auswertung der Keramik nach Technologie, Waren, Morphologie wird begleitet von einer Diskussion der historischen Geographie (auch auf der Grundlage einer ins Jahr 725 v. C. Tontafel aus Qalat-i Dinka), einem Kapitel zu den Ergebnissen der Oberflächenbegehungen in den Jahren 2013 und 2015 durch die Mission archéologique française du Gouvernorat de Soulaimaniah (MAFGS) und einer Analyse der geoarchäologischen Situation, wobei die Identifizierung eines Qanat-Systems zur Bewässerung der Ebene besonders hervorzuheben ist.
In einem Appendix werden die Ergebnisse der geophysikalischen Prospektion in Mujeser vorgestellt. Dieser Fundort ist im Distrikt Soran in der Provinz Erbil gelegen und wohl mit der gleichnamigen Hauptstadt des assyrischen Klientenstaates Musasir zu identifizieren, mit dem berühmten Tempel des Haldi. Die Magnetometerdaten stützen diese zuerst von R. M. Boehmer formulierte These weiter ab.

128 Seiten, mehr als 60 farbige Abbildungen — Inhalt
30 x 21 cm — Hardcover


Preis: € 29,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-20-1
© PeWe-Verlag 2016

 

 

4P-2

Karen Radner — F. Janoscha Kreppner — Andrea Squitieri (ed.)
Unearthing the Dinka Settlement Complex.
The 2016 Season at Gird-i Bazar and Qalat-i Dinka
Peshdar Plain Project Publications — Volume 2

Mit Beiträgen von Mark Altaweel, Silvia Amicone, Andrei Ašandulesei, Christoph Berthold, Francesca Chelazzi, Vera Egbers, Jörg Fassbinder, Tina Greenfield, Zahra Hashemi, Jean-Jacques Herr, F. Janoscha Kreppner, Alessia Palmisano, Elsa Perruchini, Karen Radner, Melissa Rosenzweig, Marion Scheiblecker, Andrea Squitieri

Der Bericht über die Aktivitäten des Peshdar Plain Project im Jahr 2016 präsentiert neues Material zur Besiedelung und Nutzung der Bora-Ebene, gelegen am Oberlauf des Unteren Zab nahe der modernen Kreisstadt Qaladze, in der neuassyrischen und sassanidischen Perioden.
Das Buch bespricht im Detail die Ergebnisse der ersten Testgrabungen auf der Zitadelle von Qalat-i Dinka und der zweiten Ausgrabungskampagne im Wohnviertel von Gird-i Bazar, wo bisher eine zusammenhängende Fläche von 625 m2 ausgegraben werden konnte. Hier finden sich einerseits gut ausgestattete Häuser mit mehreren Räumen, die um Höfe mit Brunnen und Entwässerungskanälen gruppiert sind, andererseits eine offener Platz mit einem Töpferofen, dessen letzte Brennladung geborgen werden konnte.
Das Buch legt außerdem die Resultate der geophysikalischen Erforschung der Bora-Ebene vor, wo einerseits Magnetometerprospektion des gesamten neuassyrischen Siedlungsbereichs fortgesetzt wurde, der nun als Komplex von mindesten 60 Hektar erkannt wurde, und andererseits Elektrische Widerstandsmessungen (ERT) begonnen wurden, um das alte Qanat-Bewässerungssystem zu erforschen, das wohl für die neuassyrische Siedlung angelegt wurde.
Drei Kapitel sind der Keramik von Gird-i Bazar gewidmet und bieten eine erste Übersicht über die bisher belegten chaînes opératoires, eine überarbeiteten Klassifikation der Waren, die nun auch die Ergebnisse der petrographischen Dünnschliffanalyse miteinbezieht, und die ersten Resultate der chemischen Rückstandsanalysen, die für eine Auswahl von Gefäßen der neuassyrischen Siedlung durchgeführt wurden. Ein weiteres Kapitel stellt die Kleinfunde aus dieser Periode vor.
Ein bioarchäologisches Kapitel präsentiert die ersten Ergebnisse der Analysen der Tierknochen und der paläobotanischen Überreste der neuassyrischen Besiedelung und bespricht den jüngeren Friedhof von Gird-i Bazar, den die Resultate der Radiokarbonanalyse eines Zahnes nun sicher in die sassanidische Periode datiert.

186 Seiten, mehr als 180 farbige Abbildungen — Inhalt
30 x 21 cm — Hardcover


Preis: € 33,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-28-7
© PeWe-Verlag 2016

 

 

Current Research

Elena Devecchi — Gerfrid G.W. Müller — Jana Mynářová (ed.)
Current Research in Cuneiform Palaeography.
Proceedings of the Workshop organised at the 60ᵗʰ Rencontre Assyriologique Internationale, Warsaw 2014

In den letzten Jahren war auf dem Gebiet der Keilschriftstudien ein wachsendes Interesse an Themen zu beobachten, die auf verschiedene Weise die im weitesten Sinn verstandene Disziplin der Paläographie berühren. Es entstanden neue Methoden und Techniken sowie mehrere Projekte, die sich mit der paläographischen Analyse keilschriftlicher Corpora aus Mesopotamien, Syrien, Anatolien und dem ägyptischen Neuen Reich vom 3. bis zum 1. Jahrtausend v. Chr. befassen. Der vorliegende Band vereinigt Arbeiten von Wissenschaftlern, die sich z. B. mit Abständen und Anordnung der Keile, quantitativer Analyse, Rekonstruktion von Texten, Identifizierung von Zeichen und Datierung auf Basis der Paläographie befasst haben, und liefert so einen aktuellen Überblick über den Stand der Forschung.

XIV + 198 Seiten — Inhalt
24,5 x 17,5 cm — Hardcover


Preis: € 29,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-18-8
© PeWe-Verlag 2015

 

 

tsh-cover

Bernd Müller-Neuhof

Die frühneolithischen und urukzeitlichen Silex- und Obsidianindustrien aus Tell Sheikh Hassan
Ausgrabungen in Tell Sheikh Hassan, Band V.1
Herausgegeben von Friederike Bachmann

Die Publikation präsentiert die Silex- und Obsidiangeräte aus den frühneolithischen und urukzeitlichen Siedlungsschichten der deutschen Ausgrabungen in Tell Sheikh Hassan. Erstmals wird damit eine urukzeitliche Lithikassemblage monographisch präsentiert, wobei alle Gerätetypen auch hinsichtlich ihrer Funktionen ausführlich beschrieben werden. In der gleichen Ausführlichkeit erfolgt auch die Darstellung der frühneolithischen Lithikfunde im selben Band, da nachgewiesen werden konnte, dass bestimmte frühneolithische Gerätetypen ganz bewusst während der urukzeitlichen Besiedlung aufgesammelt und wiederverwendet wurden. Von großer Bedeutung ist darüber hinaus die Identifikation einiger in die protodynastische Zeit datierende Lithikgeräte ägyptischer Herkunft, womit erstmals der Nachweis ägyptischer Importe in die Urukregion erbracht wird.

140 Seiten, mit 286 Strichzeichnungen und 20 Farbfotos — Inhalt
35 x 24,3 cm — Hardcover

Preis: €  48,00 [D]

ISBN:  978-3-935012-17-1
© PeWe-Verlag 2015

Buch bestellen

 

 


E. Cancik-Kirschbaum/N. Ziegler (Hrsg.)

Entre les fleuves — I. Untersuchungen zur historischen Geographie Obermesopotamiens im 2. Jahrtausend v. Chr.
Berliner Beiträge zum Vorderen Orient, Band 20

Mit Beiträgen von Adelheid Otto, Aline Tenu, Nele Ziegler, Dominique Charpin, Grégory Chambon, Hervé Reculeau, Daniela Crasso, Hartmut Kühne, Eva Cancik-Kirschbaum, Sabina Kulemann-Ossen, Jean-Marie Durand, Michaël Guichard, Adelina Millet Albà, Lionel Marti

Der vorliegende Band versammelt archäologische, philologische und historisch-systematische Beiträge zur Kulturgeschichte Obermesopotamiens im 2. Jahrtausend v.Chr. mit einem Fokus auf Fragestellungen der Historischen Geographie. In einzelnen Fallstudien werden dabei typische Raumstrukturen wie z.B. die Rolle des Habur-Gebietes als Siedlungs- und Verkehrsraum analysiert. Zugleich thematisieren die Beiträge die Probleme, die sich mit den verschiedenen Quellen, der Art ihrer Informationen und den durch den methodischen Zugriff gesetzten Rahmenbedingungen verbinden. Sie machen deutlich, dass historische Geographie über Fragen der Lokalisierung und Identifizierung hinaus das Ziel haben muss, den Raum im Zusammenwirken von Textquellen, archäologischen Befunden und vermehrt unter Einbeziehung von Fragen der Umwelt- und Landschaftsrekonstruktion als primäre Bedingung von Kultur zu beschreiben.

Le présent volume réunit 15 contributions d'archéologues, philologues et historiens concernant la géographie historique de la Haute-Mésopotamie du IIe millénaire av. J.-C, qui s'organisent en trois thèmes:
— Le Habour – centre et lieu de passage réunit des recherches concernant l'histoire du peuplement et l'environnement ancien, traite de questions topographiques grâce à la documentation de Mari ou pose des questions concernant l'utilisation d'«itinéraires» médio-assyriens.
— Euphrate et Tigre – zones frontalières présente la région entre Moyen-Euphrate et Balikh du point de vue historique et archéologique ainsi que les forteresses frontalières sur l'Euphrate et le Tigre. Les localisations de Yabliya et du royaume d'Apishal sont discutées.
— La géographie historique – approches méthodologiques pose des questions concernant les survivances de la mémoire de réalités géographiques passées, l'application de méthodes nouvelles à la documentation ancienne et les problèmes inhérents à la nature de celle-ci.
Les contributions individuelles, études de cas ou présentations de méthode, sont le fruit de rencontres entre spécialistes de disciplines et époques historiques différentes. Elles plaident pour une compréhension de la géographie historique au sens large, qui se fixe pour but, au-delà des questions de localisation ou d'identification, d'examiner un même espace grâce à des sources complémentaires et en prenant compte notamment les éléments permettant une reconstitution de l'environnement ancien ou des paysages naturels.

Hier können Sie die Karten aus den Beiträgen von E. Cancik-Kirschbaum und N. Ziegler herunterladen.

388 Seiten, mit 9 Strichzeichnungen, 11 s/w-Fotos und 25 Karten — Inhalt
24 x 17 cm — Hardcover

libreka
Preis: €  29,80 [D]

ISBN:  978-3-935012-04-1
© PeWe-Verlag 2010

Buch bestellen


Das Buch ist auch als Ebook im Pdf-Format für Mac und PC sowie Pdf-fähige Lesegeräte erhältlich.

Preis: € 14,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-97-3
PeWe-Verlag 2013

Das E-Book kann nur über den Buchhandel bestellt werden.
Im Buchhandel bestellen.

 

 

BBVO-21

Grégory Chambon
Normes et pratiques — L'homme, la mesure et l'écriture en Mésopotamie. I. Les mesures de capacité et de poids en Syrie Ancienne, d'Ébla à Émar.
Berliner Beiträge zum Vorderen Orient, Band 21

Der vorliegende Band befasst sich mit Kulturtechniken des Kalkulierens und metrologischen Erfassens in der altorientalischen Wirtschaftsverwaltung in Syrien im 3. und 2. Jahrtausend. Kaufleute, Vertreter der Institutionen und Verwaltungen aber auch Individien nutzten metrologische und arithmetische Kompetenzen jeweils im Rahmen ihrer spezifischen Aktivitätsbereiche, z.B. für die Verhandlung von Rohstoffen, für Fertigungsprozesse, Handelsgüter etc. Die entsprechenden Praktiken haben teilweise materielle Spuren hinterlassen und sind in Gestalt von archäologischen 'Artefakten' und Texten auf Tontafeln auf uns gekommen.
Die Untersuchung der Terminologie und Systematik dieser Praktiken in Wirtschafts- und Verwaltungsurkunden zielt mit Blick auf die institutionellen, sozio-ökonomischen und kulturhistorischen Kontexte auf Eigenständigkeit und Eigensinn des metrologischen Kalküls in den keilschriftlichen Wissenskulturen. Durch die Analyse der Interaktion von Mensch, Maß und Schrift möchte die Studie zugleich einen Beitrag zur Geschichte der materiellen Kultur und zur Diskussion über die Entwicklung rationaler Pragmatiken im Alten Orient leisten.

Cet ouvrage s’intéresse aux pratiques de comptes et de mesures (de poids et de capacité) dans les domaines d’activités économiques et commerciales au Proche-Orient ancien, de l’époque d’Ébla à celle d’Émar. Les acteurs de ces activités (marchands, administrateurs, particuliers) mettent en œuvre des compétences métriques ou arithmétiques, qui prennent sens par et pour chaque type d’activité (traitement des produits bruts, transformation artisanale, dispersions commerciales, etc.). Les modalités concrètes de cette mise en œuvre sont observables dans les traces matérielles qui sont parvenues jusqu’à nous : les « artefacts » archéologiques et les tablettes cunéiformes. L’étude de la terminologie employée sur les documents administratifs et des expressions particulières à la correspondance et aux contextes institutionnels, socio-économiques mais également humains, fournit des informations d’un genre nouveau sur des « façons de faire » particulières pour noter les unités de mesures ou pour mesurer des quantités, qui s’inscrivent pleinement dans des savoirs et des savoir-faire des « cultures cunéiformes ». En s’intéressant ainsi à la façon dont interagissent l’homme, la mesure et l’écriture en Syrie ancienne, cet ouvrage se propose de contribuer à l’approche historique et socioculturelle du domaine de la « culture matérielle », afin d’établir les prolégomènes à toute réflexion sur les « rationalités pratiques » du Proche-Orient ancien.

200 Seiten, mit 1 s/w-Foto und 1 Karte — Inhalt
24 x 17 cm — Hardcover
libreka

Preis: € 29,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-08-9
© PeWe-Verlag 2011

 

 

cover

Carmen Gütschow
Methoden zur Restaurierung von ungebrannten und gebrannten Keilschrifttafeln – Gestern und Heute.
Berliner Beiträge zum Vorderen Orient, Band 22

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Behandlung von ungebrannten und gebrannten Tontafeln. Als praktische Fallbeispiele wurden sechs Keilschrifttafeln mit typischen Schadensbildern ausgewählt, wie sie in einer musealen Sammlung anzutreffen sind. Zum besseren Verständnis der Problematiken dieser Objektgruppe, wird ein Einblick in das Material Ton gegeben und im Besonderen die Eigenschaften kalkreicher Tone aufgeführt. Wesentliche Restaurierungsmaßnahmen wie das Nachbrennen von Tontafeln für das anschließende Entsalzen werden besprochen.

152 Seiten, davon 36 Farbtafeln mit 80 Fotos — Inhalt
24 x 17 cm — Hardcover
libreka

Preis: € 24,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-09-6
© PeWe-Verlag 2012

 

 

BBVO-23

Shai Gordin (ed.)
Visualizing Knowledge and Creating Meaning in Ancient Writing Systems.
Berliner Beiträge zum Vorderen Orient, Band 23

Vorliegender Band enthält die Beiträge, die auf dem internationalen Workshop „Notational Iconicity“ vom 24.-25. September 2010 an der Freien Universität Berlin gehalten wurden.
Antike Schriftsysteme wenden logographische und logophonetische Prinzipien an, die sich die Beziehungen zwischen Schreiben, Schrift und Lernen durch Schreiben zunutze machen. Die in diesem Band publizierten Tagungsbeiträge erforschen die Art und Weise, in der diese Beziehungen Wissen und Begriffsinhalte kodieren, die sich in der sozialen, historischen und kulturellen Mentalität der frühen Völker im Fernen Osten (China und Japan), Anatolien, der Ägäis, Ägypten und Mittelamerika widerspiegeln.
Die Prämisse der Konferenz war, dass die Schrift und der Aufbau von Texten zeigen können, wie Wissen über Zeit und Raum — möglicherweise als geschriebene Tradition standardisiert — zwischen verschiedenen sozialen Gruppen transformiert und weitergegeben wurde. Die multidisziplinäre Herangehensweise folgt aktuellen Entwicklungen in dem Bestreben, die Debatte zwischen Wissenschaftlern unterschiedlicher Schriftsysteme — sei es Keilschrift, Hieroglyphen oder Linear-Schriften — anzuregen und deren Elemente zu diskutieren, unabhängig vom Ursprung und kulturellem Kontext. Durch die Beiträge wurde ein weiter Blick auf antikes Schreiben und seine bildlichen Elemente geöffnet. Die Artikel befassen sich eingehend mit der Bildung von Wissen und Begriffsinhalten (J. Janák, M. Weeden), Klassifizierung von Wissen (E. Boot, T.W. Kwan, H. Tomas), Ausbreitung und Transformation von Wissen (S. Gordin, R. Landgráfová) sowie der Rationalisierung von Wissen (E. Birk).

260 Seiten, mit 73 s/w-Abbildungen — Inhalt
24 x 17 cm — Hardcover
libreka

Preis: € 29,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-11-9
© PeWe-Verlag 2014

 

 


N. Ziegler/E. Cancik-Kirschbaum (éd.)

Entre les fleuves — II. D'Aššur à Mari et au-delà
Berliner Beiträge zum Vorderen Orient, Band 24

Mit Beiträgen von Faysal Abdallah, Boris Alexandrov, Ilya Arkhipov, Eva Cancik-Kirschbaum, Dominique Charpin, Jean-Marie Durand, Christoph Fink, Michael Guichard, Antoine Jacquet, Lionel Marti, Christophe Nicolle, Susanne Paulus, William Pethe, Reinhard Pirngruber, Walter Sommerfeld, Ahmed Taraqdji, Nele Ziegler

Dieser Band enthält Beiträge, die im Rahmen des deutsch-französischen Forschungsprojekts HIGEOMES – "Die historische Geographie Obermesopotamiens im 2. Jt. v. Chr.: Interdisziplinäre Forschungen” (ANR/DFG) erarbeitet wurden. Im ersten Teil “Von Aššur nach Mari” geht es um das Sindjargebiet, das Haburdreieck und das Taurusgebiet, das heißt das nördliche Obermesopotamien. Schwerpunkt sind räumliche Phänomene politischer Strukturen in der ersten Hälfte des 2. Jts. v. Chr. anhand der Schriftquellen oder archäologischer Befunde (Beiträge von D. Charpin, M. Guichard, A. Jacquet, C. Nicolle, J.-M. Durand & N. Ziegler).
Gebiete am Rande oder außerhalb des eigentlichen Obermesopotamien werden im 2. Teil “Jenseits von Obermesopotamien” betrachtet. Die Stadt Akkade ist auch im zweiten Jahrtausend durchaus ein Bezugspunkt. Mit Blick auf die anhaltende Diskussion um die Lokalisierung der Stadt Akkade erschien es sinnvoll, den Stand der schriftlichen Quellen des 3. – 1. Jahrtausends zu aktualisieren. (Beiträge von W. Sommerfeld, N. Ziegler, S. Paulus, W. Pethe, L. Marti und R. Pirngruber).
Aus Tell Sakka stammen zwei Texte, die hier erstmals ediert und mit Bezug auf ihre Bedeutung für die Rekonstruktion der Militärkampagnen Suppiluliumas I. analysiert werden. (Beiträge von F. Abdallah & J.-M. Durand, B. Alexandrov).
Die Studien im dritten Teil “Toponymie und Raumkonzept” wurden von I. Arkhipov, E. Cancik-Kirschbaum und N. Ziegler verfasst. Fragen der Neubenennung von Orten, und der sprachlichen Konzeption von großräumlichen und zentralen Strukturen in altbabylonischer und mittelassyrischer Zeit (libbi mātim / libbi māti bzw. libbi āli) werden behandelt.

Le présent volume contient des études rédigées dans le cadre du projet de recherche franco-allemand (ANR/DFG) HIGEOMES – « La géographie historique de la Haute-Mésopotamie au IIe millénaire av. J.-C. ».
La première partie « D'Aššur à Mari » traite des structures politiques de la 1ère moitié du IIe millénaire avant J.-C. en recourant aux sources écrites et à l'archéologie. Elle met l'accent sur le piémont du Sindjar, le triangle du Habur et la région du Taurus, soit le nord de la Haute-Mésopotamie, avec des contributions de D. Charpin, M. Guichard, A. Jacquet, C. Nicolle, J.-M. Durand & N. Ziegler.
Les régions en bordure ou au dehors de la Haute-Mésopotamie sont traitées dans la deuxième partie « Au-delà de la Haute-Mésopotamie ». La ville d'Akkade conserva encore une certaine importance après la chute de l'empire fondé par Sargon. Elle n'a cependant toujours pas été localisée. Il a semblé utile de réunir les sources écrites actuellement disponibles dans un dossier particulier où des spécialistes des différentes documentations, W. Sommerfeld, N. Ziegler, S. Paulus, W. Pethe, L. Marti et R. Pirngruber, ont fait le point sur les témoignages écrits de l'ensemble de la période des IIIe-Ier millénaires.
Deux textes découverts à Tell Sakka, près de Damas, par A. Taraqji sont édités ensuite par F. Abdallah & J.-M. Durand. Les données géographiques qu'ils apportent permettent à B. Alexandrov de reprendre la discussion concernant le déroulement des campagnes militaires de Suppiluliuma Ier.
Les études qui constituent la troisième partie « Toponymie et conceptions de l'espace » ont été rédigées par I. Arkhipov, N. Ziegler et E. Cancik-Kirschbaum. Y sont discutés les phénomènes de renomination des villes et les termes décrivant les structures territoriales et centrales, notamment celles décrites comme libbi mâtim / libbi mâti vs. libbi âli aux époques paléo-babylonienne et médio-assyrienne.

354 Seiten, mit 2 Strichzeichnungen, 17 s/w-Fotos und 7 Karten — Inhalt
24 x 17 cm — Hardcover

libreka
Preis: €  29,80 [D]

ISBN:  978-3-935012-13-3
© PeWe-Verlag 2014

Buch bestellen

 

 


Nele Diekmann

Talbot's Tools. Notizbücher als Denklabor eines viktorianischen Keilschriftforschers
Berliner Beiträge zum Vorderen Orient, Band 25

Viel ist bereits über die Entzifferung antiker Schriftsysteme im 19. Jahrhundert, beispielsweise der ägyptischen Hieroglyphen oder der assyrisch-babylonischen Keilschrift geschrieben worden. Nur selten erfährt man jedoch mehr über die Details des methodischen Vorgehens der Forscher, die sich bemühten, eine Gleichung mit vielen Unbekannten zu lösen. Wie genau gingen sie vor, um Stück für Stück Struktur und Lesung der unbekannten Zeichen zu verstehen? Und welche Instrumente standen ihnen zu Verfügung, um solche komplexen intellektuellen Rätsel zu lösen?
Die Publikation widmet sich genau dieser Frage. Am Beispiel des viktorianischen Gelehrten William Henry Fox Talbot (1800-1877) wird beleuchtet, welche Rolle im Forschungsprozess den zahlreichen Notizbüchern zukommt, die Talbot der Nachwelt hinterlassen hat. An ihnen lässt sich nachvollziehen, wie Denken und Schreiben zu einander ergänzenden Prozessen werden und auf den Seiten Ergebnisse produzieren, die allein „im Kopf“ nicht möglich gewesen wären. In seinen Notizbüchern kategorisiert, ordnet, experimentiert und korrigiert Talbot und die Publikation macht es sich zur Aufgabe, diese sich teilweise überlagernden Prozesse zu analysieren und anhand zahlreicher Beispiele darzustellen.
Über Fragen der Schriftforschung hinaus enthält der Band einen detaillierten Überblick über die Geschichte der frühen Keilschriftforschung, die von den ersten Berichten von Orientreisenden über die Entzifferungserfolge von Henry Rawlinson (1810-1895) und Edward Hincks (1792-1866) bis hin zur Macht- und Informationspolitik in den gelehrten Kreisen der viktorianischen Gesellschaft reicht.
Damit ist die Untersuchung zwischen verschiedenen Disziplinen angesiedelt und beantwortet Fragen der Schrifttheorie, der Wissenschaftsgeschichte und der Altorientalistik in gleichem Maße.

294 Seiten, mit 84 Abbildungen — Inhalt
24 x 17 cm — Hardcover


Preis: €  33,80 [D]

ISBN:  978-3-935012-21-8
© PeWe-Verlag 2017

Buch bestellen

 

 

Cover
Nedal Haj Darwich
Götter und Mischwesen in Syrien und Westmesopotamien in der Frühbronzezeit.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem geographischen Raum, der sich westlich an die „klassischen“ Gebiete frühmesopotamischer Kulturen anschließt. Diese Region stand bisher nur am Rande des wissenschaftlichen Fokus. Der untersuchte Zeitraum beschränkt sich auf das 3. vorchristliche Jahrtausend, mit dem Ziel eine zusammenfassende Darstellung der Götter und Mischwesen auf allen Denkmälergattungen vorzulegen.
Zur Bestimmung, Datierung und Funktion der einzelnen Motive werden Vergleiche zu den Denkmälern anderer mesopotamischer Regionen gezogen.
Darüber hinaus werden die in dieser Arbeit vorgestellten Gottheiten und Mischwesen sowohl in ihrem ikonographischen als auch textlichen, historischen Kontext betrachtet.

302 Seiten, mit über 320, teils farbigen Abbildungen — Inhalt
Ebook im Pdf-Format für Mac und PC sowie Pdf-fähige Lesegeräte.


Preis: € 14,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-98-0
PeWe-Verlag 2010

Das E-Book kann nur über den Buchhandel bestellt werden.
Im Buchhandel bestellen.