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Neuerscheinungen


Johanna Sigl

Syene II. Die Tierfunde aus den Grabungen von 2000 - 2009. Ein Beitrag zur Umwelt- und Kulturgeschichte einer oberägyptischen Stadt von der pharaonischen Spät- bis in die Mameluckenzeit.
Beiträge zur ägyptischen Bauforschung und Altertumskunde, Band 19

Vor mehr als 2500 Jahren entstand auf dem Ostufer des Nils, gegenüber der auf der gleichnamigen Insel gelegenen pharaonischen Stadt Elephantine die Stadt Syene, der Vorläufer des heutigen Assuan. Die beiden Partnerstädte bildeten das Tor von und nach Nubien bzw. Zentralafrika. Durch sie führte der Großteil von Handelsexpeditionen um Gold, Elfenbein und andere Waren für Ägypten und den Mittelmeerraum zu beschaffen. Gleichzeitig sind beide Städte aufgrund ihrer strategischen Wichtigkeit an der Südgrenze des Landes Zeit ihres Lebens als Militärstützpunkte anzusehen und als solche von stetigem Wandel in ihrem Bevölkerungsbild geprägt: Soldaten und Söldner wie auch Kaufleute vieler Nationen waren temporär oder dauerhaft in den Städten anwesend und beeinflussten das Leben am ersten Katarakt durch ihre eigenen kulturellen und religiösen Gewohnheiten. Während sich dabei auf Elephantine die ersten zweieinhalb Jahrtausende ägyptischer Geschichte fast durchgehend fassen lassen, schlägt die Erforschung Syenes die Brücke über das islamische Mittelalter zur Neuzeit.
Die Untersuchung der Tierreste aus den Ausgrabungen des Schweizerischen Instituts für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde in Kairo in Kooperation mit dem Assuaner Inspektorat des Ministeriums für Altertümer in Ägypten ermöglicht einen tiefen Einblick in die Tiernutzungsgewohnheiten der Bewohner der Stadt Syene von der ägyptischen Spätzeit bis in das 15. Jahrhundert nach Christus. Die Studie von Skelettmaterial dieser Zeitstellung und von Haus- und Wildtieren aller Tierfamilien stellt in der archäozoologischen Erforschung Ägyptens bisher eine Forschungslücke dar, die über diesen Band zumindest für den Raum des ersten Katarakts geschlossen werden kann.
Die Präsentation des Fundmaterials, aufgeschlüsselt nach den identifizierten Arten, ist eingebettet in einen ausführlich dargestellten methodischen Untersuchungsrahmen sowie den Vergleich zu Faunenstudien ganz Ägyptens von der pharaonischen bis in die Neuzeit. Die Einzeldiskussionen der Spezies werden ergänzt durch eine Interpretation des Gesamtmaterials im Hinblick auf den Wandel der Haustiernutzung, von Speisevorlieben und Zuchtkenntnissen. Exemplarisch wird die Nutzung von Tierresten für den Nachweis von Handelswege von und nach Assuan im Laufe der rund 2500 Jahre jüngster Geschichte der Stadt versucht. Besondere Beleuchtung erfährt die Frage nach der Verortung der Unterbringung, des Aufwands der Futterversorgung sowie der Größe von Haustierherden, die für den fleischlichen Ernährungsbestandteil der Bewohner Syenes nötig waren.

328 Seiten, mit 106 Abbildungen, davon 24 in Farbe, 1 CD-ROM — Inhalt
35 x 24,5 cm — Hardcover


Preis: €  112,00 [D]

ISBN:  978-3-935012-22-5
© PeWe-Verlag 2017

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Nele Diekmann

Talbot's Tools. Notizbücher als Denklabor eines viktorianischen Keilschriftforschers
Berliner Beiträge zum Vorderen Orient, Band 25

Viel ist bereits über die Entzifferung antiker Schriftsysteme im 19. Jahrhundert, beispielsweise der ägyptischen Hieroglyphen oder der assyrisch-babylonischen Keilschrift geschrieben worden. Nur selten erfährt man jedoch mehr über die Details des methodischen Vorgehens der Forscher, die sich bemühten, eine Gleichung mit vielen Unbekannten zu lösen. Wie genau gingen sie vor, um Stück für Stück Struktur und Lesung der unbekannten Zeichen zu verstehen? Und welche Instrumente standen ihnen zu Verfügung, um solche komplexen intellektuellen Rätsel zu lösen?
Die Publikation widmet sich genau dieser Frage. Am Beispiel des viktorianischen Gelehrten William Henry Fox Talbot (1800-1877) wird beleuchtet, welche Rolle im Forschungsprozess den zahlreichen Notizbüchern zukommt, die Talbot der Nachwelt hinterlassen hat. An ihnen lässt sich nachvollziehen, wie Denken und Schreiben zu einander ergänzenden Prozessen werden und auf den Seiten Ergebnisse produzieren, die allein „im Kopf“ nicht möglich gewesen wären. In seinen Notizbüchern kategorisiert, ordnet, experimentiert und korrigiert Talbot und die Publikation macht es sich zur Aufgabe, diese sich teilweise überlagernden Prozesse zu analysieren und anhand zahlreicher Beispiele darzustellen.
Über Fragen der Schriftforschung hinaus enthält der Band einen detaillierten Überblick über die Geschichte der frühen Keilschriftforschung, die von den ersten Berichten von Orientreisenden über die Entzifferungserfolge von Henry Rawlinson (1810-1895) und Edward Hincks (1792-1866) bis hin zur Macht- und Informationspolitik in den gelehrten Kreisen der viktorianischen Gesellschaft reicht.
Damit ist die Untersuchung zwischen verschiedenen Disziplinen angesiedelt und beantwortet Fragen der Schrifttheorie, der Wissenschaftsgeschichte und der Altorientalistik in gleichem Maße.

294 Seiten, mit 84 Abbildungen — Inhalt
24 x 17 cm — Hardcover


Preis: €  33,80 [D]

ISBN:  978-3-935012-21-8
© PeWe-Verlag 2017

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4P-1

Karen Radner — F. Janoscha Kreppner — Andrea Squitieri (ed.)
Exploring the Neo-Assyrian Frontier with Western Iran.
The 2015 Season at Gird-i Bazar and Qalat-i Dinka
Peshdar Plain Project Publications — Volume 1

Mit Beiträgen von Mark Altaweel, Andrei Ašandulesei, Peter V. Bartl, Jörg Fassbinder, Christoph Forster, Jessica Giraud, Tina Greenfield, Zahra Hashmi, Jean-Jacques Herr, F. Janoscha Kreppner, John MacGinnis, Anke Marsh, Karen Radner, Andrea Squitieri, Adam B. Stone, Eleanor Barbanes Wilkinson

Eingebettet in die außergewöhnliche Berglandschaft des Zagros-Gebirges liegt die Peshdar-Ebene im Distrikt Qaladze in der Provinz Sulaymaniyah. Damit befindet sie sich in der Autonomen Kurdischen Region des Iraks, direkt an der Grenze zum Iran am Oberlauf des Unteren Zab. Das Peshdar Plain Project wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen und zielt darauf ab, die alte Geschichte dieses bisher wissenschaftlich vernachlässigten Gebietes zu erforschen. Besonderes Interesse gilt dabei der Zeit zwischen dem 9. und dem 7. Jahrhundert v. Chr., in der das Neuassyrische Reich diese Gegend kontrollierte. Als Teil der „Grenzmark des Palastherolds“ lag die Peshdar-Ebene damals an der Grenze zu den wichtigen Klientenstaaten Hubuschkia, Mannea und Musasir.
Der erste Band der Reihe Peshdar Plain Project Publications legt die Ergebnisse der ersten Feldkampagne 2015 vor. Die Forschungen konzentrierten sich auf zwei Fundstätten, die in neuassyrischer Zeit Teil eines Siedlungskomplexes darstellen: das winzige Gird-i Bazar ist in der Ebene gelegen, während Qalat-i Dinka eindrucksvoll auf einem Felssporn über dem Unteren Zab liegt. An beiden Orten wurden geophysikalische Prospektionen vorgenommen, bevor in Gird-i Bazar mit der Ausgrabung begonnen wurde. Die einphasige Siedlung aus einfachen Einraumhäusern, die hier zutage tritt, bietet nicht nur die vergleichsweise seltene Gelegenheit, einen nicht der Elite gewidmeten Lebensraum neuassyrischer Zeitstellung zu erforschen, sondern wegen ihrer Grenzlage auch die hochwillkommene Chance, die Keramikkulturen Westirans (Hasanlu, Godin Tepe, Nush-i Jan und Baba Jan), mit der assyrischen Produktion des 8. und 7. Jahrhunderts zu synchronisieren. C14-Daten von Holzkohlefunden sichern die Datierung ab.
Die Präsentation der Survey- und Grabungsergebnisse sowie der ersten Auswertung der Keramik nach Technologie, Waren, Morphologie wird begleitet von einer Diskussion der historischen Geographie (auch auf der Grundlage einer ins Jahr 725 v. C. Tontafel aus Qalat-i Dinka), einem Kapitel zu den Ergebnissen der Oberflächenbegehungen in den Jahren 2013 und 2015 durch die Mission archéologique française du Gouvernorat de Soulaimaniah (MAFGS) und einer Analyse der geoarchäologischen Situation, wobei die Identifizierung eines Qanat-Systems zur Bewässerung der Ebene besonders hervorzuheben ist.
In einem Appendix werden die Ergebnisse der geophysikalischen Prospektion in Mujeser vorgestellt. Dieser Fundort ist im Distrikt Soran in der Provinz Erbil gelegen und wohl mit der gleichnamigen Hauptstadt des assyrischen Klientenstaates Musasir zu identifizieren, mit dem berühmten Tempel des Haldi. Die Magnetometerdaten stützen diese zuerst von R. M. Boehmer formulierte These weiter ab.

128 Seiten, mehr als 60 farbige Abbildungen — Inhalt
30 x 21 cm — Hardcover


Preis: € 29,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-20-1
© PeWe-Verlag 2016

 

 

Current Research

Elena Devecchi — Gerfrid G.W. Müller — Jana Mynářová (ed.)
Current Research in Cuneiform Palaeography.
Proceedings of the Workshop organised at the 60ᵗʰ Rencontre Assyriologique Internationale, Warsaw 2014

In den letzten Jahren war auf dem Gebiet der Keilschriftstudien ein wachsendes Interesse an Themen zu beobachten, die auf verschiedene Weise die im weitesten Sinn verstandene Disziplin der Paläographie berühren. Es entstanden neue Methoden und Techniken sowie mehrere Projekte, die sich mit der paläographischen Analyse keilschriftlicher Corpora aus Mesopotamien, Syrien, Anatolien und dem ägyptischen Neuen Reich vom 3. bis zum 1. Jahrtausend v. Chr. befassen. Der vorliegende Band vereinigt Arbeiten von Wissenschaftlern, die sich z. B. mit Abständen und Anordnung der Keile, quantitativer Analyse, Rekonstruktion von Texten, Identifizierung von Zeichen und Datierung auf Basis der Paläographie befasst haben, und liefert so einen aktuellen Überblick über den Stand der Forschung.

XIV + 198 Seiten — Inhalt
24,5 x 17,5 cm — Hardcover


Preis: € 29,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-18-8
© PeWe-Verlag 2015

 

 

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Nicole Leurpendeur
Das Gilgamesch-Epos.

"Das Leben, das du suchst, wirst du nicht finden.“ Immer wieder muss Gilgamesch während seiner langen Reise diese Worte hören. Denn als die Götter Menschen erschufen, bestimmten sie für ihn auch den Tod. Doch niemand vermag Gilgamesch von seiner abenteuerlichen Suche nach ewigem Leben abzubringen. Sein Weg führt ihn schließlich zu Utnapischtim, welcher unsterblich am Rande der Welt lebt...
Die Geschichte von Gilgamesch berührt all die Themen, die den Menschen seit jeher bewegen: Freundschaft, Liebe, Sinn des Lebens, Ruhm, Tod und Jenseits sowie die Sehnsucht nach Unsterblichkeit.
Der Mythos des Gilgamesch stammt aus dem 3. Jahrtausend vor Christus und erzählt die Geschichte von einem König, der sich auf die Suche nach ewigem Leben begibt. Erst durch seine schmerzlichen Erfahrungen während seiner abenteuerlichen und einsamen Reise findet er schließlich zu sich selbst. Doch der Weg dorthin war sehr weit, mühsam und voll von Gefahren.
Erstmals wird hier eines der ältesten literarischen Werke der Menschheitsgeschichte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen spannend, verständlich und vollständig nacherzählt. Gleichzeitig eröffnet sich ein tiefer Einblick in die alte Kultur Mesopotamiens, des heutigen Irak.

96 Seiten — Leseprobe
13,5 x 20 cm — Broschiert

Preis: € 9,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-19-5
© PeWe-Verlag 2015

 

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Bernd Müller-Neuhof

Die frühneolithischen und urukzeitlichen Silex- und Obsidianindustrien aus Tell Sheikh Hassan
Ausgrabungen in Tell Sheikh Hassan, Band V.1
Herausgegeben von Friederike Bachmann

Die Publikation präsentiert die Silex- und Obsidiangeräte aus den frühneolithischen und urukzeitlichen Siedlungsschichten der deutschen Ausgrabungen in Tell Sheikh Hassan. Erstmals wird damit eine urukzeitliche Lithikassemblage monographisch präsentiert, wobei alle Gerätetypen auch hinsichtlich ihrer Funktionen ausführlich beschrieben werden. In der gleichen Ausführlichkeit erfolgt auch die Darstellung der frühneolithischen Lithikfunde im selben Band, da nachgewiesen werden konnte, dass bestimmte frühneolithische Gerätetypen ganz bewusst während der urukzeitlichen Besiedlung aufgesammelt und wiederverwendet wurden. Von großer Bedeutung ist darüber hinaus die Identifikation einiger in die protodynastische Zeit datierende Lithikgeräte ägyptischer Herkunft, womit erstmals der Nachweis ägyptischer Importe in die Urukregion erbracht wird.

140 Seiten, mit 286 Strichzeichnungen und 20 Farbfotos — Inhalt
35 x 24,3 cm — Hardcover

Preis: €  48,00 [D]

ISBN:  978-3-935012-17-1
© PeWe-Verlag 2015

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