Laura Rembart
Syene IV. Die ptolemäische und römische Keramik aus den Arealen 2 und 13c. Typochronologie und weiterführende Studien.

Beiträge zur ägyptischen Bauforschung und Altertumskunde, Band 22

Format: 35 x 24,5 cm — Hardcover
Umfang: 426 Seiten, 49 Abbildungen und 82, teils farbige Tafeln

Inhalt / Content

ISBN: 978-3-935012-43-0
Preis: 85,00 €
© PeWe-Verlag 2020

Erscheinungsdatum: 3. Quartal 2020

Am ersten Katarakt gelegen, war die oberägyptische Stadt Syene – das moderne Assuan – in der Antike ein wirtschaftliches und politisches Zentrum und bildete eine wichtige Verbindung zwischen Ägypten und dem südlich angrenzenden Nubien. Sie fungierte, zusammen mit der gegenüberliegenden Nilinsel Elephantine, als Handelsknotenpunkt für den Austausch von Gütern von und nach Innerafrika, darunter Luxuswaren wie Gold und Elfenbein. Durch die Erschließung neuer Tonlagerstätten entwickelte sich die Region von Syene in der ptolemäischen Zeit zu einem bedeutenden Produktionszentrum für Keramik, dessen Produkte innerhalb von Ägypten und später über die Landesgrenzen hinaus exportiert wurde.
In einem mehrjährigen Projekt des Österreichischen Archäologischen Instituts, Zentrale Wien in Kooperation mit dem Schweizerischen Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde Kairo stand die Erforschung der Alltagskultur in Syene und Elephantine von ptolemäischer bis spätantiker Zeit auf Basis der materiellen Hinterlassenschaft aus Wohnbauten im Fokus. Im Rahmen dieses Projektes wurde unter anderem das ptolemäische und römische Fundmaterial aus mehreren Wohnkomplexen von Syene analysiert. Diese Ergebnisse werden nun in diesem Band präsentiert. Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt, neben einer ausführlichen Typochronologie, auf der kontextuellen Auswertung des Materials sowie einer umfassenden Charakterisierung der Keramik jener Zeitstellung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Fabrikate. Eine Besonderheit bildet dabei das lokal produzierte Geschirr, dessen Produktionsbeginn durch diese Arbeit nun in das frühe 2. Jh. v. Chr. gesetzt werden konnte. Erstmals werden die Zusammenhänge zwischen den lokalen Warengruppen, Gefäßformen und Fabrikaten sowie die Unterschiede von ptolemäischer Zeit gegenüber der römischen Kaiserzeit detailliert aufgezeigt. Anhand des Formenspektrums von Syene wird versucht die Übernahme fremder Speise- und Trinksitten sowie Innovationen im Kochprozess aufzuzeigen. Durch die Auswertung der Importkeramik, insbesondere der Sigillata- und Amphorenfragmente, ist es ferner möglich Rückschlüsse über die Handelsbeziehungen zwischen dem scheinbar abgelegenen Syene und dem mediterranen Raum zu ziehen.