English

Neuerscheinungen

MAAO-2

Simon M. Halama
Eisenzeitliche Paläste in der nördlichen Levante.
Repräsentation von Herrschaft mit architektonischen Mitteln.
Münchener Abhandlungen zum Alten Orient — Band 2

Die Eisenzeit in der Levante wurde geprägt von den lokalen syro-hethitischen Staaten und den Imperien der Assyrer, Babylonier und Perser. In den syro-hethitischen Staaten wurde eine Architektur geschaffen, die mit ihrer Monumentalität und vor allem der Ausschmückung der Gebäude mit Orthostatenreliefs in Fundorten wie Zincirli Höyük, Sakçagözü, Karkamiš, Ḥamāh und Tall Taʿyīnāt beeindruckt. Die fremden Großmächte, die sich die Region unterwarfen, vor allem die Assyrer, installierten ihre Statthalter in Palästen, die sichtbares Symbol ihrer Herrschaft waren, etwa in Til Barsip, Zincirli Höyük und Tall Taʿyīnāt.
Neben vielen Studien, die sich den Bildwerken, der Stadtplanung und anderen Aspekten der Eisenzeit in der nördlichen Levante widmen, liegt nun die erste umfassende und vergleichende Monographie zu den Palästen der gesamten Periode vor. Darin untersucht der Autor sowohl die Architektur als auch die Ausstattung mit Reliefs und Wandmalereien der syro-hethitischen, assyrischen und persischen Palastbauten. Vor dem Hintergrund soziologischer Theorien zu Macht und Herrschaft analysiert er, wie Architektur und Bildwerke genutzt wurden, um zur Repräsentation und Legitimation der jeweiligen Herrscher beizutragen und rekonstruiert die zugrunde liegenden Repräsentationsstrategien. Es zeigt sich, dass sowohl lokal verwurzelte als auch fremde Herrscher sich mit ihren Palästen gegenüber der Bevölkerung und gegenüber den Eliten in unterschiedlicher Weise darstellten. Während aber die syro-hethitischen Herrscher trotz der Vielzahl an politischen Gemeinwesen ähnliche architektonische und ikonographische Konzepte teilten, überrascht die assyrische Palastarchitektur in den Provinzen mit ihrer Heterogenität, die mitunter stark von den in Assyrien etablierten Konzepten abweicht.
Durch die Kombination von Architektur- und Bildanalyse gelingen neue Einblicke sowohl in die Kulturen der syro-hethitischen Staaten als auch in die assyrische Herrschaft über die Levante.

384 Seiten, 90 Abbildungen im Text, 27 Abbildungstafeln und 1 Faltplan — Inhalt
30 x 21 cm — Hardcover


Preis: € 58,00 [D]

ISBN: 978-3-935012-33-1
© PeWe-Verlag 2018

 

 

4P-3

Karen Radner — F. Janoscha Kreppner — Andrea Squitieri (ed.)
The Dinka Settlement Complex 2017.
The Final Season at Gird-i Bazar and First Work in the Lower Town
Peshdar Plain Project Publications — Volume 3

Mit Beiträgen von Hero Salih Ahmed, Silvia Amicone, Andrei Ašandulesei, Peter Bartl, Kathleen Downey, Eileen Eckmeier, Jörg Fassbinder, Jean-Jacques Herr, F. Janoscha Kreppner, Abdullah Bakr Othman, Alessio Palmisano, Elsa Perruchini, Karen Radner, Jens Rohde, Marion Scheiblecker, Andrea Squitieri, Hakan Tolbas, Maximilian Weidenhiller, Felix Wolter

Dieser Bericht über die Aktivitäten des Peschdar Plain-Projekts 2017 präsentiert neue Daten zum Dinka-Siedlungskomplex und zur Besiedelung der Bora-Ebene am Oberlauf des Kleinen Zab nahe dem modernen Stadtteilzentrum von Qaladze in der neuassyrischen und sassanidischen Periode, einschließlich einer Reihe von neuen 14C Daten von einjährigen Kulturpflanzen und menschlichen und tierischen Überresten.
Der Band beschreibt die Resultate der dritten und letzten Saison in Gird-i Bazar, mit der die Ausgrabung aller zuvor identifizierten Gebäude und von zwei weiteren Töpferöfen abgeschlossen werden konnten. Der Starfund ist ein Stein, der das obere Lager für eine Töpferscheibe darstellt und zusammen mit den drei Töpferöfen die Bedeutung der Keramikproduktion in Gird-i Bazar hervorstreicht. Die überraschende Entdeckung von menschlichen Überresten in der Befüllung des Brunnens im Innenhof von Gebäude I lieferte die ersten eisenzeitlichen Skelette, die bisher im Dinka-Siedlungskomplex ausgegraben wurden.
Weiters berichtet das Buch über die ersten Ausgrabungen in einem neuen Gebiet in der Unterstadt, genannt "Dinka Lower Town Operation 2" (DLT2), wo ein Testschnitt Teile von drei großen Strukturen zu Tage förderte: Gebäude K (280 m2), L (800 m2) und M (650 m2), die nachweislich während einer gemeinsamen Berufsphase genutzt wurden. Die hier erhaltene Keramik korrespondiert eng mit dem Material, das bereits aus Gird-i Bazar bekannt war. Der Band enthält eine erste typologische Auswertung des neuen Keramikmaterials sowie Daten von den petrographischen und Rückstandsanalysen. Die so genannte "Groovy Pottery" ist nun sowohl in Gird-i Bazar als auch DLT2 nachgewiesen und wurde definitiv lokal produziert.
Die Ausgrabungen in DLT2 bestätigten auch die Genauigkeit der Ergebnisse der Magnetometeruntersuchungen in diesem Bereich. Das Buch legt die Resultate der Fortführung des geophysikalischen Surveys vor und bietet auf der Grundlage des Magnetogramms eine detaillierte Interpretation der Unterstadt und ihrer Gebäude. Darüber hinaus bietet das Buch eine Studie der Geografin Eileen Eckmeier zu den im Dinka-Siedlungskomplex und der umgebenden Bora-Ebene anzutreffenden Böden und Sedimenten und deren Bedeutung für Landschafts- und Standortbildungsprozesse.
Während der Großteil des Buches für alle jene interessant ist, die das Assyrische Reich und seine östliche Grenzregion erforschen, präsentiert der Band auch neue Daten für die Besiedelung der Bora-Ebene in der Sassanidenzeit, denn die Anthropologin Kathleen Downey diskutiert die Befunde des sassanidenzeitlichen Friedhofs, der die Gebäude der eisenzeitlichen Siedlung von Gird-i Bazar überlagert.

198 Seiten, mehr als 180 farbige Abbildungen — Inhalt
30 x 21 cm — Hardcover


Preis: € 34,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-32-4
© PeWe-Verlag 2018

 

 

digging
Theo de Feyter

Graben in Syrien / Digging in Syria
Eine gezeichnete und gemalte Reportage / A Report in drawings and paintings

Im Buch ‘Graben in Syrien’ beobachtet Theo de Feyter mit seinen 2010 entstandenen Zeichnungen, gemalten Bildern und Texten Arbeiter und Wissenschaftler in einer der letzten archäologischen Ausgrabungen in Syrien vor dem Ausbruch des Krieges. Die imposante Landschaft des Euphrat-Tals, seit 1974 ein Stausee, lieferte die Kulisse für den Alltag der Archäologen, Studenten und lokalen Arbeiter bei der Freilegung einer spätbronzezeitlichen Stadt. In diesem entlegenen Winkel des Landes ist Feldarchäologie eine akribische und oft harte Arbeit unter teilweise schwierigen Bedingungen. Sorgfältig dokumentiert Theo de Feyter in Bildern und Texten die für internationale Grabungsprojekte gängige Forschungspraxis vor Ort in all ihren Aspekten.
Diese Reportage bietet einen außergewöhnlichen Blick auf die archäologische Praxis einer Ausgrabung im Vorderen Orient, eine Praxis die vorläufig brach liegt. Sie wird wahrscheinlich, sollte sie in der Zukunft irgendwann wieder gestartet werden, nie mehr so sein wie von Theo de Feyter festgehalten. Damit wird dieses Buch zum historischen Dokument.

126 Seiten, 48 überwiegend farbige Abbildungen — Leseprobe
24 x 17 cm - Hardcover


Preis: € 24,80 [D]

ISBN:  978-3-935012-31-7
© PeWe-Verlag 2018

Buch bestellen

 

 

bbvo-27
Aron Dornauer

Proso, Sorghum, Tiger Nut. Some Minor Crops in the Cuneiform Sources.
Berliner Beiträge zum Vorderen Orient, Band 27

Der sogenannte Fruchtbare Halbmond war die Heimat von einigen der zuerst domestizierten Feldfrüchten (den founder crops), die für die frühe Landwirtschaft von Bedeutung waren: Einkorn, Emmer, Gerste, Flachs, Kichererbse, Erbse, Linse und Linsenwicke. Untersuchungen von Mengenverhältnissen und räumlichem Vorkommen von angebauten, abgemessenen, angelieferten, verarbeiteten und konsumierten Nahrungspflanzen belegen, dass der Anbau von Gerste bei weitem vorherrschte. Man könnte sogar annehmen, dass es keine interspezifische Diversität von Bedeutung gab, sondern nur eine intraspezifische, und dass Ackerbau in Mesopotamien aus einer Art Gerstemonokultur bestand. Im Gegensatz dazu scheint die große Zahl keilschriftlicher Begriffe für getreide- und leguminosenartige Pflanzen eine gewisse Form von Biodiversität nahezulegen. Einige Keilschriftwissenschaftler, die sich auf Nutz- und Gemüsepflanzen spezialisiert haben, schlagen vor, dass einige der sumerischen še-Komposita sowie ihre akkadischen Entsprechungen mit Hirsesorten identifiziert werden könnten oder mit einigen Sorten von Hülsenfrüchten, wie zum Beispiel der Linsenwicke oder der Kuhbohne, oder auch mit gewissen Knollenpflanzen. Auf diesem Hintergrund nimmt sich die vorliegende Studie einige sumero-akkadische Taxa vor: Im ersten Teil nehme ich einige Begriffe unter die Lupe, die von mehreren Spezialisten als Hirse- oder Sorghumsorten gedeutet worden sind: šeʾeštub (še-eštub) = arsuppu, šemuš (še-muš₍₃/₅₎) = šeguššu, šezaḫgebar (še-ne-ge-bar), šegunu (še-gu-nu, še-gunu₃) = šegunû, še-ka, še-ka sig-ga = arsikku, še-ud-e-de₃ = duḫnu. In diesem Kontext erhebt sich die Frage, ob Hirsesorten in Babylonien im späten dritten Jahrtausend v. Chr. überhaupt schon angebaut werden konnten. Auf der Suche nach einer Antwort wird untersucht, inwieweit der bronzezeitliche Handel am Golf beigetragen hat, bei dem neben anderen domestizierten Feldfrüchten auch Hirsen aus Afrika und Asien eingetauscht wurden. Schließlich folgen Überlegungen zu der Beobachtung, dass keine der Hirsesorten, obwohl sie Hitze und Trockenheit ausgezeichnet vertragen, im regenarmen Babylonien die wichtigsten, im Winter ausgesäten Feldfrüchte ersetzt hat. Der zweite Teil geht der Frage nach, ob die kürzlich vorgeschlagene Identifizierung der akkadischen Feldfrucht ⁽še/ú⁾qayyātu mit Cyperus esculentus, einer Pflanze, die im alten Ägypten aber nicht in Mesopotamien nachgewiesen wurde, durch Keilschriftbelege gestützt ist. Weiterhin habe ich ins Einzelne gehende ernährungswissenschaftliche Forschungen betrieben, und zwar im Hinblick auf den Gebrauch von qayyātu als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Bier und Esswaren. In diesem Zusammenhang untersuche ich auch noch einige andere vorgebackene oder fermentierte Zwischenprodukte.

166 Seiten — Inhalt
17 x 24 cm - Hardcover


Preis: € 33,80 [D]

ISBN:  978-3-935012-30-0
© PeWe-Verlag 2018

Buch bestellen

 

 

bbvo-26
Eva Cancik-Kirschbaum / Babette Schnitzlein (Hrsg.)

Keilschriftartefakte. Untersuchungen zur Materialität von Keilschriftdokumenten
Berliner Beiträge zum Vorderen Orient, Band 26

Dieser Band enthält die Beiträge des Workshops „Materialität des Schreibprozesses“, der am 29. April 2013 am Institut für Altorientalistik in Berlin stattfand.
Fragen der Materialität von Keilschriftartefakten sind in den letzten Jahren wieder stärker in den Blick der Forschung gerückt. Die Beiträge dieses Bandes thematisieren an konkreten Beispielen primäre Aspekte der Erstellung von Textdokumenten, die Spuren, die Gebrauch bzw. Out-of-use im Befund hinterlassen, sowie zugehörige methodische und analytische Ansätze.

Mit Beiträgen von: A. Bartelmus; D. Charpin; A. Fügert & J. Rohde; J. Marzahn; A. Richardson, U. Smilansky & J. Marzahn; J. Taylor

160 Seiten, zahlreiche, meist farbige Abbildungen — Inhalt
17 x 24 cm — Hardcover


Preis: € 33,80 [D]

ISBN:  978-3-935012-16-4
© PeWe-Verlag 2018

Buch bestellen

 

 


Adelheid Otto (ed.)

From Pottery to Chronology: The Middle Euphrates Region in Late Bronze Age Syria. Proceedings of the International Workshop in Mainz (Germany), May 5-7, 2012.
Mit Beiträgen von Felix Blocher, Annie Caubet, Costanza Coppini, Berthold Einwag, Thomas L. McClellan, Adelheid Otto, Anne Porter, Ferhan Sakal, Glenn M. Schwarz und Peter Werner.
Münchener Abhandlungen zum Alten Orient, Band 1 (MAAO-1)

Dieser Band ist das Ergebnis eines internationalen Workshops zur Chronologie der Späten Bronzezeit (15.-13. Jh. v. Chr.) in der oberen syrischen Euphratregion. Die untersuchten Orte sind Emar, Tall al-Qitar, Tall Munbaqa, Umm el-Marra und Tall Bazi. Der Workshop wurde vom 5.-7. Mai 2012 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz abgehalten.
Die Beiträge der vorliegenden Publikation befassen sich mit Datierungsproblemen der Späten Bronzezeit in der nordsyrischen Euphratregion. In acht der insgesamt zehn enthaltenen Beiträgen werden stratifizierte Keramikkomplexe der o.g. Fundorte mit anderen Fundgattungen wie Texten, Siegeln, Werkzeugen und Waffen sowie neu erstellten Radiocarbondaten in Relation zu einander gesetzt.
Es konnten zwar nicht alle Probleme gelöst werden, aber es gelang dennoch, neue chronologische Fixpunkte für das obere Euphrattal herauszuarbeiten.

232 Seiten, 129 teils farbige Abbildungen — Inhalt
30 x 21,5 cm — Hardcover


Preis: €  58,00 [D]

ISBN:  978-3-935012-29-4
© PeWe-Verlag 2018

Buch bestellen

 

 


Stefanie Martin-Kilcher / Jacqueline Wininger

Syene III. Untersuchungen zur römischen Keramik und weiteren Funden aus Syene / Assuan (1.-7. Jahrhundert AD). Grabungen 2001 — 2004.
Mit Beiträgen von Sylvia Fünfschilling, Daniel Keller und Johanna Sigl.
Beiträge zur ägyptischen Bauforschung und Altertumskunde, Band 20

Syene (Assuan) war die südlichste Stadt im Römischen Reich. Seit dem Jahr 2000 führt dort das Schweizerische Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde in Kairo in Zusammenarbeit mit dem Ministry of Antiquities planmässige Rettungsgrabungen durch.
In einem Projekt des Instituts für Archäologische Wissenschaften der Universität Bern, Archäologie der Römischen Provinzen, wurden die Funde aus Kontexten der 1. bis 4. Kampagnen bearbeitet und ausgewertet. Zum ersten Mal kann die Entwicklung der Keramik in Oberägypten vom 1. bis zum 7. Jahrhundert AD anhand stratifizierter Kontexte aufgezeigt werden.
Die Publikation umfasst vier Teile:
Teil A: Befunde, Kontexte, Katalog, Abbildungen der Keramikensembles.
Teil B: Die Keramik: relative und absolute Chronologie, Typen, Synthese.
Teil C: Glas, Metall, Elfenbein, Tierknochen.
Teil D: Anhang Keramik: Bibliografie, Typologische Reihen, Farbtafeln.

Syene ist für die Situation am Südrand der römischen und byzantinischen Welt sehr interessant. Hier bündelten sich die Handelsstrassen von und in Richtung Nubien. Die reichhaltigen Funde aus der Stadt vor dem ersten Katarakt des Nil bieten einen Längsschnitt durch die Geschichte und Kultur dieser politischen und kulturellen Nahtstelle.

432 Seiten, 262 teils ganzseitige Abbildungen, 39 Tafeln,15 in Farbe — Inhalt
35 x 24,5 cm — Hardcover


Preis: €  85,00 [D]

ISBN:  978-3-935012-27-0
© PeWe-Verlag 2017

Buch bestellen

 

 

4P-2

Karen Radner — F. Janoscha Kreppner — Andrea Squitieri (ed.)
Unearthing the Dinka Settlement Complex.
The 2016 Season at Gird-i Bazar and Qalat-i Dinka
Peshdar Plain Project Publications — Volume 2

Mit Beiträgen von Mark Altaweel, Silvia Amicone, Andrei Ašandulesei, Christoph Berthold, Francesca Chelazzi, Vera Egbers, Jörg Fassbinder, Tina Greenfield, Zahra Hashemi, Jean-Jacques Herr, F. Janoscha Kreppner, Alessia Palmisano, Elsa Perruchini, Karen Radner, Melissa Rosenzweig, Marion Scheiblecker, Andrea Squitieri

Der Bericht über die Aktivitäten des Peshdar Plain Project im Jahr 2016 präsentiert neues Material zur Besiedelung und Nutzung der Bora-Ebene, gelegen am Oberlauf des Unteren Zab nahe der modernen Kreisstadt Qaladze, in der neuassyrischen und sassanidischen Perioden.
Das Buch bespricht im Detail die Ergebnisse der ersten Testgrabungen auf der Zitadelle von Qalat-i Dinka und der zweiten Ausgrabungskampagne im Wohnviertel von Gird-i Bazar, wo bisher eine zusammenhängende Fläche von 625 m2 ausgegraben werden konnte. Hier finden sich einerseits gut ausgestattete Häuser mit mehreren Räumen, die um Höfe mit Brunnen und Entwässerungskanälen gruppiert sind, andererseits eine offener Platz mit einem Töpferofen, dessen letzte Brennladung geborgen werden konnte.
Das Buch legt außerdem die Resultate der geophysikalischen Erforschung der Bora-Ebene vor, wo einerseits Magnetometerprospektion des gesamten neuassyrischen Siedlungsbereichs fortgesetzt wurde, der nun als Komplex von mindesten 60 Hektar erkannt wurde, und andererseits Elektrische Widerstandsmessungen (ERT) begonnen wurden, um das alte Qanat-Bewässerungssystem zu erforschen, das wohl für die neuassyrische Siedlung angelegt wurde.
Drei Kapitel sind der Keramik von Gird-i Bazar gewidmet und bieten eine erste Übersicht über die bisher belegten chaînes opératoires, eine überarbeiteten Klassifikation der Waren, die nun auch die Ergebnisse der petrographischen Dünnschliffanalyse miteinbezieht, und die ersten Resultate der chemischen Rückstandsanalysen, die für eine Auswahl von Gefäßen der neuassyrischen Siedlung durchgeführt wurden. Ein weiteres Kapitel stellt die Kleinfunde aus dieser Periode vor.
Ein bioarchäologisches Kapitel präsentiert die ersten Ergebnisse der Analysen der Tierknochen und der paläobotanischen Überreste der neuassyrischen Besiedelung und bespricht den jüngeren Friedhof von Gird-i Bazar, den die Resultate der Radiokarbonanalyse eines Zahnes nun sicher in die sassanidische Periode datiert.

186 Seiten, mehr als 180 farbige Abbildungen — Inhalt
30 x 21 cm — Hardcover


Preis: € 33,80 [D]

ISBN: 978-3-935012-28-7
© PeWe-Verlag 2017

 

 

tsh-cover

Ralph Lübbe

Knochen- und Zahnfunde im Indusgebiet.
Betrachtungen zur Abgrenzung des Früh- und Reif-Harappa-Komplexes und seines südasiatischen Umfeldes.

Die neolithisch-chalkolithische und bronzezeitliche Industalkultur gehört zu den frühesten städtischen Hochkulturen. Ihre flächenmäßige Ausdehnung übertraf die des alten Ägypten und Mesopotamiens zusammen. Die größten Städte hatten Abstände von bis zu 200 km voneinander, während es in Mesopotamien oft nur 20 km waren.
Die frühen Phasen werden meist mit den sumerischen und akkadischen Kulturen verglichen, so dass die Erforschung fachlich nicht der Indologie, sondern der Vorderasiatischen Archäologie zugeordnet wird.
Wurden Schrift und Materielle Kultur bisher vorrangig bewertet, so erlaubt eine humanbiologisch-anthropologische Betrachtung neue Erkenntnisse. Eine Vielfalt ausgegrabener Knochen und Zähne sind ein weiteres, weniger bekanntes Markenzeichen der dritten Hochkultur der "Alten Zeit", am Indus. Die Untersuchungen erlauben Einblicke in Konstanz und Brüche zivilisatorischer Entwicklung.
Die Osteologie als Untersuchung von Knochen und Zähnen erlaubt Lebensweise, Essgewohnheiten, Nahrungszubereitung, Hygiene, Identität und Lebensstandard darzustellen. Für die Epidemiologie interessante Störungsbilder werden geschildert. Die Verwendung genetisch-molekularbiologischer Hilfsmittel ist erst am Anfang. Beispielhafte Krankheitsbilder und erkennbare Kausalitäten lassen Geschehens-Abläufe und soziobiologische Zusammenhänge erklären.
Linguistische Beobachtungen können Populationssprünge nicht erklären. Erklärungen tradierter Ereignisse (Ariersturm, Rigveda) mit Hilfe von Anthropometrie und Genpools zu erfassen, ist dagegen oft zielführender.
Die Entwicklung des homo sapiens in Südasien weist in Übergängen negative Stress- Adaptionen auf, Einbußen in der Ernährung und reduzierte Robustheit folgen der Kohlenhydrat Abhängigkeit des Bauern gegenüber dem Jäger /Sammler. Mobilität und geringere Keimgefährdung begründen bis heute einen hohen „Tribal-Anteil“.
Beginn und Untergang der Hochkultur werfen Fragen auf, Vorgängerkulturen sind abzugrenzen, aber auch Faktoren des Niedergangs wie tektonische Ereignisse, fehlender Regen und Monsun oder die Versalzung des Ackerbodens.
Nützlich für die Analyse sind jetzige Stammesstrukturen, und strenge Endogamie- Kasten-Regeln, die Hypothesen aufgrund nur begrenzten Austausches des Genpools der Bevölkerungsgruppen ermöglichen.
In neolithischen Gesellschaften, in Ägypten und Babylonien war der Krieg alltäglich. Die Blütezeit von Harappa dagegen wirkt auffällig friedlich, ohne Mauern, Waffenfunde und knöcherne Läsionen. Die hohe zivilisatorische Stufe ("Wasserluxus") wird im Rahmen der historischen Entwicklung, von Aufstieg und Abstieg, beleuchtet.
Es lohnt, sehr viel umfassender an das gegenüber Europa "dünnere" osteologische Material heranzugehen und überraschende Thesen zu entwickeln. Die Studie soll einen gebündelten, aber umfassenden Überblick über die Befundlage geben, aus der Sicht eines Mediziners und Vorderasiatischen Altertumskundlers, zumal die Paläopathologie Südasiens deutschsprachig noch ein Desiderat ist.

122 Seiten, mit 70 Abbildungen — Inhalt
29 x 21 cm — Softcover

Preis: €  19,80 [D]

ISBN:  978-3-935012-23-2
© PeWe-Verlag 2017

Buch bestellen

 

 


Johanna Sigl

Syene II. Die Tierfunde aus den Grabungen von 2000 - 2009. Ein Beitrag zur Umwelt- und Kulturgeschichte einer oberägyptischen Stadt von der pharaonischen Spät- bis in die Mameluckenzeit.
Beiträge zur ägyptischen Bauforschung und Altertumskunde, Band 19

Vor mehr als 2500 Jahren entstand auf dem Ostufer des Nils, gegenüber der auf der gleichnamigen Insel gelegenen pharaonischen Stadt Elephantine die Stadt Syene, der Vorläufer des heutigen Assuan. Die beiden Partnerstädte bildeten das Tor von und nach Nubien bzw. Zentralafrika. Durch sie führte der Großteil von Handelsexpeditionen um Gold, Elfenbein und andere Waren für Ägypten und den Mittelmeerraum zu beschaffen. Gleichzeitig sind beide Städte aufgrund ihrer strategischen Wichtigkeit an der Südgrenze des Landes Zeit ihres Lebens als Militärstützpunkte anzusehen und als solche von stetigem Wandel in ihrem Bevölkerungsbild geprägt: Soldaten und Söldner wie auch Kaufleute vieler Nationen waren temporär oder dauerhaft in den Städten anwesend und beeinflussten das Leben am ersten Katarakt durch ihre eigenen kulturellen und religiösen Gewohnheiten. Während sich dabei auf Elephantine die ersten zweieinhalb Jahrtausende ägyptischer Geschichte fast durchgehend fassen lassen, schlägt die Erforschung Syenes die Brücke über das islamische Mittelalter zur Neuzeit.
Die Untersuchung der Tierreste aus den Ausgrabungen des Schweizerischen Instituts für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde in Kairo in Kooperation mit dem Assuaner Inspektorat des Ministeriums für Altertümer in Ägypten ermöglicht einen tiefen Einblick in die Tiernutzungsgewohnheiten der Bewohner der Stadt Syene von der ägyptischen Spätzeit bis in das 15. Jahrhundert nach Christus. Die Studie von Skelettmaterial dieser Zeitstellung und von Haus- und Wildtieren aller Tierfamilien stellt in der archäozoologischen Erforschung Ägyptens bisher eine Forschungslücke dar, die über diesen Band zumindest für den Raum des ersten Katarakts geschlossen werden kann.
Die Präsentation des Fundmaterials, aufgeschlüsselt nach den identifizierten Arten, ist eingebettet in einen ausführlich dargestellten methodischen Untersuchungsrahmen sowie den Vergleich zu Faunenstudien ganz Ägyptens von der pharaonischen bis in die Neuzeit. Die Einzeldiskussionen der Spezies werden ergänzt durch eine Interpretation des Gesamtmaterials im Hinblick auf den Wandel der Haustiernutzung, von Speisevorlieben und Zuchtkenntnissen. Exemplarisch wird die Nutzung von Tierresten für den Nachweis von Handelswege von und nach Assuan im Laufe der rund 2500 Jahre jüngster Geschichte der Stadt versucht. Besondere Beleuchtung erfährt die Frage nach der Verortung der Unterbringung, des Aufwands der Futterversorgung sowie der Größe von Haustierherden, die für den fleischlichen Ernährungsbestandteil der Bewohner Syenes nötig waren.

328 Seiten, mit 106 Abbildungen, davon 24 in Farbe, 1 CD-ROM — Inhalt
35 x 24,5 cm — Hardcover


Preis: €  112,00 [D]

ISBN:  978-3-935012-22-5
© PeWe-Verlag 2017

Buch bestellen

 

 


Nele Diekmann

Talbot's Tools. Notizbücher als Denklabor eines viktorianischen Keilschriftforschers
Berliner Beiträge zum Vorderen Orient, Band 25

Viel ist bereits über die Entzifferung antiker Schriftsysteme im 19. Jahrhundert, beispielsweise der ägyptischen Hieroglyphen oder der assyrisch-babylonischen Keilschrift geschrieben worden. Nur selten erfährt man jedoch mehr über die Details des methodischen Vorgehens der Forscher, die sich bemühten, eine Gleichung mit vielen Unbekannten zu lösen. Wie genau gingen sie vor, um Stück für Stück Struktur und Lesung der unbekannten Zeichen zu verstehen? Und welche Instrumente standen ihnen zu Verfügung, um solche komplexen intellektuellen Rätsel zu lösen?
Die Publikation widmet sich genau dieser Frage. Am Beispiel des viktorianischen Gelehrten William Henry Fox Talbot (1800-1877) wird beleuchtet, welche Rolle im Forschungsprozess den zahlreichen Notizbüchern zukommt, die Talbot der Nachwelt hinterlassen hat. An ihnen lässt sich nachvollziehen, wie Denken und Schreiben zu einander ergänzenden Prozessen werden und auf den Seiten Ergebnisse produzieren, die allein „im Kopf“ nicht möglich gewesen wären. In seinen Notizbüchern kategorisiert, ordnet, experimentiert und korrigiert Talbot und die Publikation macht es sich zur Aufgabe, diese sich teilweise überlagernden Prozesse zu analysieren und anhand zahlreicher Beispiele darzustellen.
Über Fragen der Schriftforschung hinaus enthält der Band einen detaillierten Überblick über die Geschichte der frühen Keilschriftforschung, die von den ersten Berichten von Orientreisenden über die Entzifferungserfolge von Henry Rawlinson (1810-1895) und Edward Hincks (1792-1866) bis hin zur Macht- und Informationspolitik in den gelehrten Kreisen der viktorianischen Gesellschaft reicht.
Damit ist die Untersuchung zwischen verschiedenen Disziplinen angesiedelt und beantwortet Fragen der Schrifttheorie, der Wissenschaftsgeschichte und der Altorientalistik in gleichem Maße.

294 Seiten, mit 84 Abbildungen — Inhalt
24 x 17 cm — Hardcover


Preis: €  33,80 [D]

ISBN:  978-3-935012-21-8
© PeWe-Verlag 2017

Buch bestellen